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Wie gut ist mein Anwalt?
So erkennt man gute Rechtsanwälte
Ob Verkehrsunfall, Scheidung oder Ärger mit dem Nachbarn. Manchmal ist ein Gang zum Rechtsanwalt unerlässlich. In Deutschland sind allerdings fast 147.000 Rechtsanwälte zugelassen. Welcher Anwalt ist da der Richtige?
Auf Zusatzqualifikationen des Anwalts achten
Gute Rechtsanwälte weisen meist Zusatzqualifikationen auf. So können Anwälte beispielsweise Fachanwaltstitel erwerben. Diese setzen besondere Kenntnisse und regelmäßige Fortbildungen auf einem bestimmten Rechtsgebiet voraus. Allerdings haben nur knapp 15% aller Anwälte einen Fachanwaltstitel. Mittlerweile dürfen sich Anwälte allerdings auch als "Spezialist" für ein bestimmtes Rechtsgebiet bezeichnen. Dabei ist jedoch Vorsicht angesagt. Diese Bezeichnung darf auf dem Briefkopf sogar geführt werden, ohne dass dafür eine besondere Prüfung abgelegt werden muss. Sie sollten daher besser nach Referenzen oder Fortbildungen und Qualifikationen fragen. Häufig veröffentlichen Anwälte auch in juristischen Fachzeitschriften oder auf Internetseiten und diskutieren dort Themen aus ihrem Tätigkeitsbereich.
Die Selbstdarstellung der Kanzlei entscheidet
Versteckt der Anwalt sich in seiner Kanzlei oder tritt er offen und informativ nach außen auf? Viele Anwälte haben beispielsweise eine eigene Internetseite, auf der sie über sich und die Kanzlei informieren. Ist diese Seite auch aktuell, informativ und übersichtlich gestaltet? Auch das Erscheinungsbild der Kanzlei kann entscheiden. Liegt diese versteckt im Hinterhof oder an prominenter Stelle.
Das Gespräch mit einem guten Rechtsanwalt
Ein guter Rechtsanwalt klärt Sie im Vorgespräch bereits über mögliche Kosten auf und erläutert mit ihnen das Risiko eines Prozesses. Nicht immer ist beispielsweise ein Gerichtsverfahren nötig. Der Anwalt sollte versuchen auch eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen. Wenn Sie Unterlagen mitbringen, so sollte der Anwalt diese sogleich kopieren und an Sie zurückgeben. Sämtliche angefertigte Schreiben an das Gericht oder den Gegner sollte ein guter Jurist innerhalb von drei Tagen an Sie weiterleiten. Auch sollten Sie darauf achten, ob der Rechtsanwalt wirklich alle wichtigen Fristen einhält und nicht trödelt.
Nicht der Lauteste gewinnt
Es mag ein Irrglaube sein, dass der Anwalt seinen Mandanten am besten vertritt, der vor Gericht am lautesten ist und mit dem Richter überwiegend redet. Dieses Bild stammt meist aus amerikanischen Spielfilmen und hat mit der Wirklichkeit an deutschen Gerichten nichts zu tun. Der Prozess wird überwiegend durch sogenannte Schriftsätze vorbereitet, in denen der Anwalt die Fakten, die Beweise und die Rechtslage für den Richter darstellt. In der Verhandlung bezieht sich der Anwalt dann nur noch auf den Antrag, den er sowieso schon schriftlich gestellt hat. Hat der Anwalt gute Arbeit geleistet, so wird der Richter sich überwiegend mit der Gegenseite befassen und der Anwalt muss nicht viel sagen. Ein zu stiller Anwalt ist aber auch nicht gut. Schweigt der Jurist auch auf Nachfragen des Richters, so spricht das nicht für die richtige Anwaltswahl.
Bewertungen anderer Mandanten
Der Konkurrenzkampf unter den vielen Juristen kann auch dazu führen, dass manche Anwälte die Mandate "blind" annehmen, also obwohl sie auf dem entsprechenden Gebiet keine guten Fachkenntnisse haben. Das lässt sich vorher meist nicht erkennen.
Machen Sie sich daher die Vorteile des Internets zunutze und lesen Sie, was andere über den Rechtsanwalt zu sagen haben. Auf Anwaltsbewertungsportalen können Nutzer ihren Rechtsanwalt bewerten und Sie können dort die Stärken und Schwächen des jeweiligen Juristen erfahren. So finden Sie beispielsweise in unserer Anwaltsbewertung viele Rechtsanwälte in Deutschland, die Sie nach Fachgebiet, Ort und Bewertungen sortiert ausgeben können.
